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Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie

Sacrale Nervenstimulation bei Stuhlinkontinenz

„Stuhlinkontinenz tötet nicht, aber sie nimmt den Patienten das Leben“

Unter Stuhlinkontinenz versteht man den unkontrollierten Abgang von festem
oder flüssigem Stuhl. Diese Erkrankung gilt noch immer als großes Tabuthema,
obwohl ca. 2% der Gesamtbevölkerung davon betroffen sind. Man schätzt, dass ca. 27% der Frauen bei Erstgeburten Schädigungen des analen Schließmuskels erleiden.

Nerven des Beckenbodens können durch eine schwierige Entbindung sowie durch permanentes verstärktes Pressen bei der Stuhlentleerung geschädigt werden und somit eine Stuhlinkontinenz hervorrufen. Stuhlinkontinenz führt nicht selten zum vollständigen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben.
Die InterStim Therapie ist für die Behandlung von Patienten mit Stuhlinkontinenz
indiziert, bei denen:

  • sich konservative Therapien als nicht wirksam erweisen oder nicht
    toleriert werden
  • der Schließmuskel morphologisch intakt oder wiederhergestellt ist
    oder nur begrenzte Defekte aufweist

Möglichkeit der vorherigen Testung des therapeutischen Erfolges

Durch einen einfachen, schnellen und risikoarmen Test können Arzt und Patient vor einer dauerhaften Interstim- Implantation den zu erwartenden Therapienutzen zuverlässig vorhersagen. Mit der Teststimulation steht eine minimal invasive und kostengünstige Methode zur Verfügung, um die Wirksamkeit zu bewerten. Die Dauer der Teststimulation variiert zwischen wenigen Tagen und maximal 2-3 Wochen. Sie ist abhängig von der Art und Ausprägung der Symptome.

Bei der Interstim – Therapie wird eine Elektrode unter Röntgenkontrolle im Bereich des Ossacrum durch die Foramina S3 oder S2 an den sakralen Spinalnerven (Plexus sacralis) implantiert, die das Rektum und den Verschlussapparat versorgen. Bei der Teststimulation wird ein externer Neurostimulator verwendet, der ähnlich wie ein Herzschrittmacher permanente schwache elektrische Impulse an die Sacralnerven abgibt. Bei erfolgreicher Testung (Auswertung anhand eines Stuhltagebuches, das der Patient in der Testphase täglich ausfüllt) mit Besserung der Symptomatik um wenigstens 50 %, kann die Implantation eines permanenten Schrittmachers erfolgen.

Der Eingriff dauert ca. 30 – 40 Minuten und wird im Rahmen eines kurzstationären Krankenhausaufenthaltes durchgeführt. Der Schrittmacher wird im Gesäßbereich implantiert und kann telemetrisch über ein Steuergerät des Arztes programmiert und das Ergebnis optimiert werden. Die Lebensdauer des Schrittmachers liegt in Abhängigkeit von den Stimulationsparametern bei 5 – 9 Jahren. Nach klinischen Studien werden mit der InterStim –Therapie Erfolgsraten von 90% erzielt. Die Anzahl der Inkontinenzepisoden pro Woche verbesserte sich in einer europäischen Studie von 16,4 auf 2,0 (Matzel et al: The Lancet 2004; 363:1270-1276).

Inzwischen haben wir in unserer Klinik die Sacrale Nervenstimulation etabliert
(Test und Schrittmacherimplantationen) und freuen uns, Ihnen dieses Behandlungsverfahren für Ihre Patienten anbieten zu können.

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Kliniksteckbrief

Anschrift (Eutritzsch)
Delitzscher Straße 141
04129 Leipzig
Haus 1, 2 und 6

Chefarzt Prof. Weimann

Geschäftsführender Chefarzt
Prof. Dr. Arved Weimann, M.A.
Beruflicher Werdegang

Telefon: 0341 909-2201
Hotline: 0341 909-4004
Telefax: 0341 909-2234
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Leitender Oberarzt
Dr. med. Roland Plato

Anzahl Betten
48

Beteiligungen an interdisziplinären Zentren
Tumorzentrum (IBO),
regionales Kooperatives Darmzentrum Nordwest-Sachsen,
im Aufbau: Adipositaszentrum

Eingang der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Haus 6)

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